Psychologische Gesundheitsförderung



Die Psychologische Gesundheitsförderung begeistert mich, da hier insbesondere die eigenen gesundheitlichen Ressourcen sowie mögliche Gesundheitsrisiken im Mittelpunkt stehen. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur psychischen, emotionalen und sozialen Gesundheit geleistet. In diesem Fachgebiet werden drei Arbeitsfelder unterschieden:

  • die Förderung eines gesundheitsstärkenden Verhaltens,
  • die Prävention eines gesundheitsschwächenden Verhaltens,
  • die gelingende Rehabilitation von schweren chronischen Erkrankungen.


  • Unsere Gesundheit setzt sich aus zwei wesentlichen Bereichen zusammen. Dies ist auf der einen Seite die körperliche Gesundheit, aber auch die Psychosoziale gehört dazu. Nur wenn wir körperlich und psychosozial gesund sind, können die Voraussetzungen für eine ebenso hohe Lebensqualität und eine hohe Leistungsfähigkeit in unserem Leben entstehen (Hapke, von der Lippe, Busch & Lange, 2012).

    Die psychische Gesundheit zeigt sich laut Weltgesundheitsorganisation (WHO, 2001) in einem Zustand des seelischen Wohlbefindens. In diesem Zustand können wir all unsere jeweiligen Fähigkeiten ausschöpfen. Wir sind dann in der Lage die täglichen Belastungen in unserem Leben gut zu bewältigen. Wir können produktiv arbeiten und unseren Beitrag zur Gemeinschaft leisten.
    Weiterhin ist die psychische Gesundheit eine Voraussetzung für das Entdecken und die Verwirklichung unseres intellektuellen und emotionalen Potentials. Erst dadurch können wir unsere einzigartige Rolle in der Gesellschaft finden und erfüllen (Robert-Koch-Institut, 2012).

    Leider gibt es in Deutschland viele Menschen, die ihr intellektuelles und emotionales Potential noch nicht entdeckt oder ausgeschöpft haben, da sie psychisch nicht gesund sind. So zeigt beispielsweise eine bundesweite Datenerhebung, dass jeder zehnte Erwachsene unter einer aktuellen depressiven Symptomatik leidet (Robert-Koch-Institut, 2017).

    Nun sind körperliche und psychosoziale Gesundheit nicht getrennt voneinander zu betrachten, da sie sich stets gegenseitig beeinflussen. So hat die Weltgesundheitsorganisation bereits im Jahr 1986 festgestellt, dass sich unsere körperliche Gesundheit sowie unsere Lebenskraft mit dem Zuwachs an Selbstzufriedenheit und Lebensfreude verbessert. Personen mit starker sozialer Unterstützung sind zu einem großen Anteil psychisch gesünder als Personen, die weniger soziale Unterstützung erfahren (Robert-Koch-Institut, 2010).

    Durch gezielte Psychologische Gesundheitsförderung können wir Fähigkeiten entwickeln, die es uns ermöglichen, unser eigenes Leben gesundheitsbewusst zu gestalten. Wir lernen, auf Herausforderungen sowie Veränderungen der Umwelt adäquat zu reagieren. Dabei verbessern wir zum Beispiel unsere Art zu kommunizieren und Entscheidungen zu treffen. Wir entwickeln die Kompetenz, Probleme leichter zu lösen und mit (z.B. krankheitsbedingten) Belastungssituationen gesund umzugehen. Diese genannten Fähigkeiten sind laut Wissenschaft die Grundlage für das Erlernen und Umsetzen von gesundheitsförderlichen Verhaltensweisen. Hierzu gehören beispielsweise die gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und soziale Vernetzung (WHO, 1986).

    Damit wir unsere eigene Gesundheit bzw. Krankheit ganzheitlich begreifen, ist es notwendig, dass wir unsere eigenen gesundheitsfördernden Schutzfaktoren (nach Hurrelmann, Klotz & Haisch, 2010) kennen. Hierzu gehören:

    Soziale und wirtschaftliche Faktoren: gute Bedingungen am Arbeitsplatz, eine gute soziale und finanzielle Lebenslage

    Umweltfaktoren: gute Luft- und Wasserqualität, gute Wohnbedingungen sowie gute soziale Netzwerke

    Verhaltensbezogene und psychische Faktoren: Bewegung, ausgewogene Ernährung, Stressbewältigung, Kontrollüberzeugung, Selbstwirksamkeit, Eigenverantwortung, Optimismus, Resilienz, Schutzmotivation

    Zugang zu gesundheitsrelevanten Leistungen: Bildungs- und Sozialeinrichtungen, Transport- und Freizeitmöglichkeiten, medizinische und pflegerische Versorgung